Zeigerwerte

Erklärung der einzenen ökologischen Zeigerwerte

Wir verwenden die Zeigerwerte wie Landolt in der Reihenfolge
F R N - LTK

Ökologische Gruppe

gemäss «Rote Liste» des BUWAL
W Waldpflanze
B Bergpflanze
P Pionierpflanze in niedrigen Lagen
G Gewässerpflanze
S Sumpfpflanze
T Trockenpflanze
U Unkraut- oder Ruderalpflanze
F Fettwiesenpflanze
K Kulturpflanze
N Neophyt (nur zusätzlich zu einem anderen Symbol: eingebürgerte ursprünglich fremdländische Pflanze)
Der die ökologische Gruppe bezeichnende grosse Buchstabe wird direkt vor die ökologischen Zeigerwerte gestellt

Feuchtezahl F

Sie kennzeichnet die mittlerer Feuchtigkeit des Bodens während der Vegetationszeit:
1 usgesprochene Trockenheitszeiger
2 Zeiger mässiger Trockenheit
3 Zeiger mittlerer Feuchtigkeitsverhältnisse
4 Feuchtigkeitszeiger
5 Nässezeiger

Bei der Feuchtezahl 5 werden zur besseren Kennzeichnung der vielfältigen Verhältnisse oft zusätzliche Zeichen verwendet:
f im Bereich von fliessendem Gewässer
w vorwiegend auf Böden mit wechselnder Feuchtigkeit
u in der Regel im Wasser untergetaucht
v mit untergetauchten und schwimmenden Organen
s mit Blattorganen, die auf dem Wasser schwimmen
i im Wasser stehend, aber mit den meisten Blätter herausragend

Reaktionszahl R

Sie ist charakteristisch für den Gehalt an freien H-Ionen im Boden: (die pH-Werte sind nur Hinweise für das mittlere Vorkommen; Ausnahmen sind häufig)
1 ausgesprochene Säurezeiger (pH 4-4.5)
2 Säurezeiger (pH 3,5-5,5)
3 Pflanzen auf schwach sauren Böden (pH 4,5-7,5)
4 schwache Basenzeiger (pH 5,5-8)
5 ausgesprochene Basenzeiger (pH über 6,5)

3. Nährstoffzahl N

Sie kennzeichnet den Nährstoffgehalt (insbesondere Stickstoff) des Bodens:
1 ausgesprochene Magerkeitszeiger
2 Magerkeitszeiger
3 weder auf sehr nährstoffarmen noch auf stark gedüngten Böden
4 Nährstoffzeiger
5 Überdüngungszeiger

4. Lichtzahl L

Sie charakterisiert die mittlere Beleuchtungsstärke, bei der die Pflanze gut gedeiht:
1 ausgesprochene Schattenzeiger
2 Schattenzeiger
3 Halbschattenzeiger
4 Lichtzeiger
5 ausgesprochene Lichtzeiger

5. Temperatur T

Sie charakterisiert die mittlere Temperatur, bei der die Pflanze gut gedeiht und spiegelt daher weitgehend die Höhenverbreitung der Pflanzen wider:
1 typische Hochgebirgs- und arktische Pflanzen (Hauptverbreitung oberhalb der Waldgrenze), in tiefen Lagen Kältezeiger
2 Gebirgs- und boreale Pflanze (Hauptverbreitung in der subalpinen Stufe)
3 Hauptverbverbreitung in der montanen Stufe
4 Hauptverbverbreitung in der kollinen Stufe
5 nur an wärmsten Stellen (Hauptverbreitung in Südeuropa)

6. Kontinentalitätszahl K

Sie kennzeichnet die Temperaturdifferenzen im Tages- und Jahresverlauf und die Luftfeuchtigkeit:
1 Hauptverbreitung in Gebieten mit ozeanischem Klima: milde Winter und hohe Luftfeuchtigkeit
2 Hauptverbreitung in Gebieten mit subozeanischem Klima: Spätfröste und grosse Temperaturunterschiede
3 im Gebiet fast überall vorkommend
4 Hauptverbverbreitung in Gebieten mit relativ kontinentalem Klima
5 nur in Gebieten mit ausgesprochen kontinentalem Klima, vorwiegend an wind- und sonnenexponierten Stellen.

Salzzeichen

Bei Pflanzen, die auch auf salzhaltigen Böden gedeihen können, steht zwischen den beiden Dreiergruppen statt einem Strich das Salzzeichen +
Wuchs- oder Lebensform
Nach den beiden Dreiergruppen der eigentlichen Zeigerwerte wird mit einem Buchstaben die Wuchs- oder Lebensform angegeben.
Sie umschreibt die Art der Überwinterung

p sommergrüner Phanerophyt: Holzpflanze, die mehr als 4m hoch wird und im Winter die Blätter abwirft
i immergrüner Phanerophyt: Holzpflanze, die mehr als 4m hoch wird und mit Blättern oder Nadeln überwintert
n sommergrüner Nanophanerophyt: strauchförmige, 0.4-4m hohe Holzpflanze, die im Herbst die Blätter oder Nadeln abwirft
j immergrüner Nanophanerophyt: Holzpflanze, die 0.4-4m hoch wird und mit Blättern oder Nadeln überwintert
z holziger Chamaephyt: Zwergstrauch von weniger als 0.4m Höhe, der mit Knospen über der Erde überwintert
c krautiger Chamaephyt: krautige Pflanze, die mit Knospen über der Erde überwintert
e Epiphyt: Pflanze, die ohne zu schmarotzen auf Bäumen wächst
h Hemikryptophyt: krustige Pflanze, die mit Knospen auf oder direkt unter der Erdoberfläche überwintert.
g Geophyt: krautige Pflanze, die mit Knospen unter er Erde überwintert (Rhizome, Knollen, Zwiebeln)
t Therophyt: einjährige Pflanze, die nur mit Samen überwintert
u Therophyt/Hemikryptophyt: in warmen Gegenden und günstigen Jahren Therophyt, bei uns aber meist 2jährig und als Rosette überwinternd
a Hydrophyt: Knospen im Wasser überwinternd

Viele Pflanzen können in mehr als einer Wuchsform oder auch in Übergansformen vorkommen. In gewissen Fällen wird der Wuchsformbezeichung eine weitere von Ellenberg übernommene Information beigefügt:
pa Parasit: auf einen lebenden Wirt angewiesene Pflanze ohne Chlorophyll
hp Halbparasit: Pflanze mit Chlorophyll, aber teilweise Nutzniesser von lebenden Wirten
sa Saprophyt: von toter organischer Substanz lebende Pflanze ohne Chlorophyll
iv insectivor „insektenfressende“ Pflanze
wi windende Pflanze (bei Holzpflanzen: Liane)

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